Messer aus eigener Fertigung  Abenteuer-Reisen-Leben = Erleben! www.jenisy.at   @2016
Mein erstes Messer, dass wie ein Messer aussah, fertigte ich im vorigen Jahrtausend, so um die 1967 herum. Das Basismaterial für die Klinge war die Blattfeder von einem VW Käfer. Dieses Material war für die Bearbeitung nicht optimal, die Härte des Stahls ruinierte meinen Schleifstein. Mit Flex, Schleifstein und jede Menge Schmirgelpapier wurde dann ein Messer daraus. Der Griff wurde aus irgend einem Holz gefertigt... sehr rustikal halt.  Diese Klinge ist erstaunlicher Weise ewig haltbar und wurde erst ein paar mal nachgeschliffen.  
Im Jahr 2013 kam ich auf die gloreiche Idee, wieder ein oder mehrere Messer zu bauen. Allerdings hatte ich keinen Bock darauf, Blattfedern oder sonstige gehärtete Stähle zu verwenden, ausser die Klinge ist schon vorgefertigt. Also probierte ich mal einen Messerbausatz, ein Laguiole (französisches Kultmesser) mußte es sein. Hier muß man die Griffschalen anpassen und entsprechend schleifen, ist gar nicht so einfach ohne richtigem Werkzeug. Weiters werden die Teile zusammengefügt, die Klinge, die Feder und den Rest anpassen, zurechtfeilen und vernieten. Danach wird die Klinge geschliffen und poliert. Nach diesem “Vorspiel” bestellte ich diverse Klingen, Integralklingen, Damastklingen und so weiter.
Die Messingbacken habe ich aus einer Mesingstange geschnitten, vorgeschliffen, gebohrt und an die Klinge geklebt und genietet. Danach werden die Griffschalen angepasst und in Form gebracht, gefeilt und geschliffen.
Vollintegral Klinge mit aufgesetzter Messingbacke.
< Vollintegral Klinge mit aufgesetzter Neusilberbacke.
Um halbwegs brauchbare Messer zu fertigen, benötigt man einiges an Werkzeug. Die ersten Schleifarbeiten an der Klinge erfolgten mit der Feile, das ist natürlich eine mühsame Arbeit. Die Harthölzer wurden bearbeitet mit Raspel, Feile und Schmirgelpapier erfordert viel Geduld, Kraft und enorme Ausdauer. Als Überbrückung diente mein alter Hand-Bandschleifer, diesen eingespannt in der Werkbank ergibt ein brauchbares Werkzeug, das ist schon besser als mit der Hand zu schleifen. Für ein paar Messerchen reicht das aus, aber für größere, bessere Exemplare ist das Mord(!). Also muss ein “echter” Bandschleifer her. Das Angebot ist allerdings dürftig, die billigen und preiswerten aus dem Baumarkt sind kaum zu verwenden. Die Profimaschinen kosten so ab 800,00 € aufwärts, als mußte ein Kompromiss her. (siehe Bilder)
Kombi-Bandschleifer und Schleif- Poliermaschine
Bandsäge Proxxon - sehr klein, aber gut (Holz/Metallsäge)
Ständer-Bohrmaschine & Fräse
Altes Küchenmesser, wird erneuert... Der alte, schon in den Ritzen faulende Griff mußte weg, ein neuer Griff aus Ipe, (Lapacho, Diamantnuss,...) dem sogenannten Eisenholz wird gefertigt. Ipe, ist ein sehr hartes Holz, gut fräsbar und schleifbar, dafür aber extrem hart. Griffrohling, angepasst, vorgefräst, Klinge in das Holz eingeklebt mit 2 Komponenten Epoxy Kleber, Messingnieten, Messingapplikationen. Nach dem Aushärten wird der Griffrohling per Schliff in Form gebracht.
Dremel 4000 Set - ideal für allerlei feine Schleif- und Fräsarbeiten, sogar Gravuren sind damit möglich
Fortsetzung folgt!
Nach dem verkleben der Griffes und der Vernietung wird der Griff in Form geschliffen.
Nach verschieden Schleifvorgängen mit dem Bandschleifer, wird auch Raspel, Feile, Dremel und unterschiedlichen Schleifpapiervarianten eingesetzt um die gewünschte Form zu bekommen.
Am Ende dieser Prozedur wird das Holz gewässert, nach dem trocknen des Holzes stellen sich die feinen Fasern auf, die mit ganz feiner Stahlwolle wegpoliert werden. Zum Schluß wird das Finnish des Messers mit der Poliermaschiene auf Glanz gebracht. Nach dem die Klinge noch ihren Endschliff bekommt, wird der Holzgriff mit Leinölfirnis behandelt, um diesen resistent gegen Nässe und Schmutz zu machen.